18. Juli 2009

Kommentar zur «heute»-Familie aus dem neuen ZDF-Nachrichtenstudio

Lange schon war es bekannt: das ZDF baut auf dem Lerchenberg ein neues Nachrichtenstudio. Ein Nachrichtenstudio, dass ein sogenanntes «virtuelles» Studio ist, also die Dekoration im Raum lediglich aus einem Pult und einer grünen Wand besteht, ansonsten aber im Computer errechnet und mit dem Kamerabild verschmolzen wird.

Öfter wurde der Start des neuen Nachrichtenstudios verschieben.

Bis vor ungefähr zwei Wochen in Trailern bekanntgegeben wurde: am 17. Juli 2009 kommt die erste «heute»-Sendung aus dem neuen Studio. Und damit möglichst viele die Premiere mitverfolgen können, starte man «erst» mit der Hauptausgabe um 19 Uhr.

Mittlerweile sind «heute», «heute journal» und «heute nacht» ein erstes Mal im neuen Design gelaufen. Am auffallendsten ist dabei sicher, dass das neue Nachrichtenwohnzimmer viel heller wirkt. Die in letzter Zeit etwas dunkel wirkende Wand mit der blauen Weltkugel und orangen Farbtupfern ist einer seltsamen Farbe gewichen, die man nicht als grau, auch nicht als blau und ebenso nicht grün bezeichnen kann. Vielleicht ist es eisblau? Im ersten Moment wirkt die Farbe unsympathisch, man gewöhnt sich aber schnell daran. Ebenfalls fällt auf, dass alle Sendungen keine Vorspänne mehr haben – ein sehr grosser Fehler! Bei «heute» und «heute nacht» wird gleich nach der Uhr ins Studio geschaltet, die Sendungs-Namen werden zu klein neben dem Moderator gezeigt und eine Stimme kündigt (z.B. um 19 Uhr) an: «Die Nachrichten des Tages - “heute” mit [Name Moderator]!» Und: die Nachrichtensendungen haben eine neue Grundschrift erhalten. «heute» wird zwar immer noch in der ZDF-Hausschrift geschrieben, die Zusätze wie «nacht» und «journal» sowie Schlagzeilen und Einblender werden in einer neuen, dünnen und selbst auf 32-Zoll-Breitbild-Fernsehern nur schwer lesbaren Schrift auf den Sender geschickt, die auch schon seit einiger Zeit auf den heute.de-Seiten im Internet Einzug gehalten hat. Das ZDF hat sich damit wirklich keinen Gefallen getan. Die Einblendungen von Namen und Funktionen werden nicht mehr in einem blauen Balken erstellt, der den gesamten unteren Bildrand ausfüllt, nein, sie verbrauchen nur noch so viel Platz wie nötig – und zwar in weisser Schrift auf orangem (Namen) und grauem (Funktionen) Hintergrund! Das ist noch schrecklicher als die Einblender bei den ZIB-Sendungen vom ORF. Hier wie dort werden diese animiert und in beiden Fällen wäre genau das nicht nötig. Nicht mehr als Logo, sondern in der neuen Grundschrift werden die Namen der jeweiligen Sendungen neben den Einblendern platziert. Obwohl im Logo das ZDF-Logo nicht mehr in voller Grösse links neben dem Wort «heute» platziert ist, sondern kleiner links oben, wird nicht einfach «heute» oder «heute journal» eingeblendet, sondern da steht jetzt «ZDF heute», «ZDF heute journal», «ZDF heute nacht». Heissen die Sendungen damit nun offiziell so? Unter «ZDF heute» versteht aber doch eher eine Programmansage- als eine Nachrichten-Sendung…

Nachdem man sich die schrecklichen Einblender beim ORF abgeguckt hat, suchte man beim Schweizer Fernsehen nach kopierfähigem Material und siehe da, man würde fündig: Im Newsroom von SF, in dem die «Tagesschau» produziert wird, steht ein zu langer Tisch mit einer Holzplatte, hinter dem sich die Moderatoren zum Sprechen aufstellen. Im neuen Nachrichtenstudio des ZDF steht ein noch grösserer, designter, klobiger Holztisch, in dem sich manche Funktionen für die Moderatoren verstecken. Schön ist das Möbel beileibe nicht, man hätte sich hier vielleicht bei «RTL Aktuell» umschauen sollen…

Die Grafiken erschienen im alten Design moderner – und lesbarer!

Fakt ist: es hat sich bei den ZDF-Nachrichtensendungen einiges getan. Der Anfang ist gemacht, man kann aber sicher noch einiges überdenken. So zum Beispiel, ob man tatsächlich bei jeder Filmeinspielung kameramässig am Moderator vorbeizoomen muss. Ob es tatsächlich dermassen viel Orange braucht (das ZDF-Logo links oben, die erwähnten Einblender nebst den Mikrophonen, mit denen Reporter in den Filmbeiträgen hantieren, und den breiteren Strich in der Deko). Die Einblender und das Fehlen von Vorspännen sowie die etwas sehr verspielte Uhr zu Beginn der Sendungen und vor allem die schlechte Schrift sollten noch einmal unter die Lupe genommen werden. Und vielleicht könnte man den jeweiligen Sendungen wieder eigene Farben verpassen. Bei «heute nacht» müsste es ja zum Beispiel nicht ganz so hell sein. Nachtblau würde ganz gut passen.

Bisher konnte man sich auf das neue Nachrichtenstudio freuen, ab sofort freut man sich auf die kommenden Anpassungen und Veränderungen im ZDF-Nachrichtenerscheinungsbild.

8. Juli 2009

Abschiedsfeier auf SF info

Gestern Abend, 7. Juli 2009, übertrug das Schweizer Fernsehen auf SF info live die Abschiedsfeier für Michael Jackson aus Los Angeles. Im Grunde genommen eine gute Idee. Leider aber schlecht besetzt. Dass Röbi Koller den Ablauf der Sendung nicht kannte kann man ihm nicht vorwerfen, da dies niemandem bekannt war. Dass er sich aber fortwährend darüber wunderte, dass Stars wie Mariah Carey und Lionel Richie nicht ihre grossen Songs sangen kann man ihm nicht verzeihen. Auch nicht, dass er partout nicht mehr merken wollte, dass es sich nicht um eine grosse Spektakel-Show, sondern wirklich um eine Abschiedsveranstaltung für einen Toten handelte. Und vor allem kann man Röbi Koller nicht verzeihen, dass er, kaum hatte jemand fertig gesprochen, umgehend zusammenfassen und kommentieren musste, was gerade eben passiert und gesagt wurde, ohne auch nur eine Sekunde der Andacht oder Bedenkzeit verstreichen zu lassen! Man muss wirklich nicht alles kommentieren, Herr Koller! Vor allem nicht bei einer Abschiedsfeier für einen Toten. Ich war nahe dran, im Fernsehzentrum anzurufen und zu bitten, man solle Herrn Koller das Mikro abschalten. Leider kann man beim Zweikanalton nur zwischen Originalton und Übersetzung wählen, nicht aber zwischen «Mit Kommentar» und «Ohne Kommentar». Diese Funktion sollte dringend eingeführt werden!

Am schlimmsten war aber der Moment, nachdem die Gruppe im Staples Center das Lied «We Are The World» gesungen hatte. Tatsächlich konnte man hier den Eindruck haben, die Veranstaltung sei zu Ende. Aber musste man da wirklich dermassen schnell wegschalten? Musste man wirklich so unprofessionell sein, und nicht auf einen Abspann warten? Hätte man sich nicht denken können, dass noch etwas nachfolgt, solange sich der Sarg noch in der Halle befand, die Familie Jackson noch nichts gesagt hatte?! Anscheinend hatte man zu einem Gespräch zum Korrespondenten geschaltet, der vor dem Staples Center stand, ich weiss es nicht genau. Denn ich war geistesgegenwärtig genug, dass ich umgehend zu ORF 1 schaltete, wo man darauf achtete, dass man auch wirklich alles übertrug und den Schluss nicht verpasste. Und siehe da: man durfte zusehen, wie der Sarg weggebracht wurde und wie sich Familienmitglieder noch an die Öffentlichkeit wandten. Und dann kam – wie vermutet – das Zeichen, das für alle bedeutete: es ist nun zu Ende. Das Copyright-Zeichen, die Jahreszahl und der Rechteinhaber.

Warum nur hat das Fernsehen nie Zeit? Nie Zeit, ein paar Momente mit starren, ruhigen Bildern, ohne Ton. Warum kann man beim Fernsehen nicht einfach mal warten? Warum nur hatte es Röbi Koller mit seinem Blabla dermassen eilig? Wurde er nach Anzahl Worten bezahlt?

Lernt man beim Schweizer Fernsehen aus dieser Misere und lässt eine nächste derartige Sendung einfach laufen – ohne Hektik, ohne Moderation, ohne Kommentator, ohne Korrespondeten?

Wohl kaum. Leider!

Hallo Marlon Jackson…

Hallo Marlon Jackson

Vor ungefähr 27 Jahren habe ich Deinen Bruder Michael zum ersten Mal wahrgenommen. Seither hat er mich immer wieder überrascht, erstaunt, geschockt, fasziniert, erfreut und auch genervt. Und nun hat er uns alle verlassen.

Ein richtiger Fan war ich nie, ich konnte ihm aber auch nicht ausweichen: Entweder er hatte mal wieder musikalisch etwas zu bieten, trat irgendwo im Fernsehen auf, die Medienschaffenden meinten, etwas Kurioses über ihn berichten zu müssen oder es gab anderweitige Schlagzeilen. Ich hatte zwar die ganze Zeit gewusst, dass Michael auch Geschwister hatte und hatte auch schon von LaToya, Janet und Jermaine gehört.

Deinen Namen kannte ich aber nicht.

Als Michael starb, nahm ich dies zur Kenntnis, dachte aber, dass mich dies nicht weiter interessieren oder bewegen würde. Bald schon aber merkte ich, dass dem nicht so war. Das ist wohl so, weil Michael in den letzten knapp drei Jahrzehnten immer wieder irgendwie präsent war. Auf eine gewisse Art gehörte er einfach dazu. Zudem sind wir altersmässig nicht allzu weit entfernt, und es fühlt sich sehr seltsam an, einen praktisch Gleichaltrigen sterben zu sehen. Ich begann also, mich für die Berichterstattung rund um Michael’s Tod zu interessieren. Zudem suchte ich im Internet nach Informationen über Michael’s Geschwister und fand dabei Namen, die ich noch nicht kannte: zum Beispiel Reggie und Marlon.

Und dabei erfuhr ich, dass Du, Marlon, einen Zwillingsbruder hattest, der kurz nach der Geburt gestorben ist.

Gestern habe ich am Fernsehen die bewegende Abschiedsfeier für Deinen Bruder Michael mitverfolgt, und ich möchte mich als erstes bei Dir und Deinen Geschwistern dafür bedanken, dass es für uns Aussenstehende (Fans und Nichtfans) möglich gemacht wurde, auf diese Art und Weise von Michael Abschied zu nehmen. So habe ich denn auch Dir zugehört, als Du am Ende der Veranstaltung erzähltest, wie Du einst in einem Plattengeschäft einem alten Mann begegnet bist, der eifrig CD’s einkaufte und den Du als Deinen verkleideten Bruder Michael erkanntest, weil er sich mit seinem Gang und den Schuhen, die er immer trug, verraten hatte. Und ich habe auch gehört, wie Du nun den toten Michael gebeten hast, er möge Deinen Zwillingsbruder in den Arm nehmen.

Das, Marlon, war für mich der bewegendste Augenblick der ganzen Veranstaltung. Obwohl ich Dich überhaupt nicht kenne und sonst nichts über Dich weiss, hatte ich in diseem Moment den Eindruck, als wäre Dein Schmerz mit dem Tod Michael’s verdoppelt worden: Bisher hast Du Dein ganzes Leben lang Deinen Zwilling Brandon vermisst und wohl auch um ihn getrauert, nun kommt auch noch der Schmerz um Michael dazu.

Du hast Michael gebeten, er solle Brandon von Dir umarmen. Du schickst Michael damit zu ihm, bist Dir sicher, dass Michael zu dem nie gekannten Bruder gehen wird. Das ist auch gut so, Michael hat dies bestimmt schon getan. Brandon war bisher alleine, vermisste sicher auch Dich und war immer bei Dir. Ich bin sicher, dass er nun zusammen mit Michael auf Dich aufpassen wird, dass sich die beiden Brüder im Himmel kennenlernen und künftig zusammen auf euch Jacksons runtergucken und bei euch sein werden.

Ich hoffe und wünsche Dir sehr, dass Du mit dem Verlust und der Trauer um Deine beiden Brüder klarkommst und Dir die Hoffnung, dass die beiden nun vereint sind, Kraft gibt.

Ich wünsche Dir, Deinen Geschwistern und allen Angehörigen viel Kraft und alles Gute für die Zukunft, die euch wohl leider durch die Medien noch schwerer gemacht wird.

2. Juli 2009

Michael Jackson, warum nicht…

Michael Jackson hat in seinem Testament verfügt, dass seine Mutter sich um seine drei Kinder kümmern soll. Es verwundert, dass er will, dass sie das Sorgerecht erhält, denn wo Mutter Jackson ist, da ist doch auch der von Michael so gehasste Vater, von dem wir alle wissen, dass er seine Kinder sehr geplagt hat.

Sollte es Mama Jackson nicht schaffen mit den drei Kindern, oder sollte sie sterben, soll das Sorgerecht an Diana Ross übergehen.

Warum Diana Ross?

Vater und Mutter Jackson hatten nicht nur Michael in die Welt gesetzt, es gibt da auch noch 8 Geschwister. Warum will er nicht, dass eines (oder mehrere) der Geschwister das Sorgerecht für die Kinder erhält? Und warum wird diese Frage von den Medien nicht aufgegriffen? Für alle war es anscheinend immer selbstverständlich: entweder Mutter Jackson muss ran oder Diana Ross.

Warum?

22. Mai 2009

Super RTL und RTL freitags nicht so super

Freitags bieten RTL und Super RTL wirklich ein gutes Programm. Beide um 20.15 Uhr. Bei RTL läuft «Wer wird Millionär» und bei Super RTL ein toller Zeichentrickfilm, nicht selten aus dem Disney. Was soll man also gucken? Warum können sich die beiden RTL-Sender nicht besser absprechen: Der Zeichentrickfilm beginnt erst, wenn Jauch’s Sendung fertig ist… Ist das wirklich zuviel verlangt?

18. Mai 2009

Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest 2009 ist vorbei und es hat einen rekordverdächtigen Sieger gegeben. Norwegen wurde als Favorit gehandelt und hat tatsächlich auch gewonnen. Nachdem nun jahrelang die Oststaaten gewonnen hatten und die westeuropäischen Länder weit hinter sich liessen, gewinnt nun ausgerechnet bei der Systemumstellung (nicht mehr nur Telefonvoting – jedes Land hat nun auch wieder eine Jury – die Stimmen des Publikums und der Jury werden zu je 50% angerechnet) wieder ein westeuropäisches Land. Warum? War tatsächlich der Song dermassen gut, dass er in jedem Teilnehmerland so gut ankam, dass er überall in die Wertung kam. meist in den obersten Rängen? Darüber kann man wohl streiten. War es vielleicht, weil der Sänger, Alexander Rybak, der mit 23 Jahren zwar nicht der jüngste aller Interpreten war, jedoch mit seinem Aussehen als solcher durchgehen konnte? Gewann Norwegen, weil man mit Alexander Rybak einen Sänger an den Start schickte, der zwar in Norwegen aufwuchs und lebt, aber in Weissrussland geboren wurde? Ist bei dem Voting und der Auswertung alles mit rechten Dingen zu und her gegangen?

Warum klangen die Lieder aus Malta und Bosnien-Herzogowina so, als hätte man sie schon früher gehört? Waren sie geklaut? Haben wir alle das Lied aus Malta schon mal in einem Film gehört? Tritt Malta immer wieder mit demselben Titel an? War der türkische Beitrag eine Neuauflage eines Songs von Tarkan? Hatte die Türkei nicht schon mal mit diesem Song teilgenommen?

Deutschland erhielt dieses Jahr ein Punkte mehr und landete auf dem 20. Platz, nachdem es 2008 nur für den letzten Platz gereicht hatte. Man versuchte, mit Dita von Teese eine Menge Erotik in die Show reinzubringen. War das der Fehler? Hat es geschadet, dass man versuchte, mit einer Auszieh-Show vom Lied abzulenken und damit Punkte zu holen? Wäre ein höher Platz dringewesen, hätte man einfach den Song gespielt und auf die Sex-Einlage, die dann doch keine rechte war, verzichtet?

Björn Ulvaeus und Benny Andersson, die mit ABBA 1974 den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest) gewonnen haben, weigern sich standhaft, noch einmal am Wettbewerb teilzunehmen. Vielleicht wäre es aber besser, wenn sie sich doch wieder einmal am Komponistenwettbewerb teilnehmen würden. Vielleicht könnte man durch ihre Teilnahme endlich mal allgemein wieder eine bessere Song-Qualität reinbringen.

Vielleicht sollte man den Eurovision Song Contest ausplitten. Anstatt für das gesamte Europa zwei Halbfinals und einen Final auszutragen, sollte der Wettbewerb auf einen West- und einen Ost-Contest aufgeteilt werden. Dann hätten wir im Westen Europas wieder «unseren» Eurovisions-Song und diejenigen im Osten den ihren. – Bei welchem Wettbewerb müsste dann eigentlich Israel mitsingen? Schliesslich war dieses Land schon dabei, bevor der Wettbewerb um all die Ostländer erweitert wurde…

16. Mai 2009

Eurovision Song Contest 2009

Was ist denn eigentlich los?

In der ersten Halbfinal-Sendung vom Dienstag war der Sänger der Lovebugs (Schweiz) kaum zu hören. Es war gut zu sehen, dass er sehr nervös war, aber auch, dass er kräftig sang. Gratiszeitungsjournalisten vermuteten, dass ihm die Stimme versagte. Am Donnerstag hatte der Sänger aus Lettland anscheinend das gleiche Problem: auch ihn hörte man – zumindest im Ausschnitt des Schnelldurchlaufs – nicht, seine Hintergrundsänger aber schon. Hat da etwa noch einer mit einer zu dünnen Stimme gesungen? Auch er machte optisch den Eindruck, als ob mit voller Kraft ins Mikrophon schreien würde. Vielleicht hatten beide Interpreten dasselbe Problem: ein nicht offenes Mikrophon. Oder dasselbe kaputte Mikrophon.

Warum eigentlich die Sender so lieblos mit der Veranstaltung um? Die ARD sendete die erste Halbfinalsendung bei PHOENIX, die zweite lief im NDR Fernsehen und der Final nun wird im Ersten übertragen. Das Schweizer Fernsehen (eines der dritten ARD-Programme) brachte den ersten Halbfinal, bei dem man selbst vertreten war, hielt es aber nicht für nötig, auch die zweite Sendung zu zeigen. Den Final darf man aber auch in der Schweiz sehen. Nicht so in Österreich, das am Wettbewerb gar nicht teilnimmt. ORF 1 stellt heute Samstagabend ab 20.15 Uhr zwar die Teilnehmer vor, aber um 21.05 Uhr, kurz nachdem die Finalsendung gestartet ist, klinkt sich der ORF aus, um den «Life Ball» zu übertragen. Zum Voting will man aber rechtzeitig wieder in Moskau zurück sein. Nach Mitternacht wird dann doch noch die ganze Sendung zu sehen sein. Die Halbfinals wurden ebenfalls zeitversetzt in den Nächten auf Mittwoch beziehungsweise Freitag ausgestrahlt.

Was ist eigentlich los?!

14. Mai 2009

Eurovision (Flop-)Song Contest

Vielleicht würden nicht mehr die immergleichen Länder beim Eurovision Song Contest ausscheiden oder verlieren, wenn Songs und Interpreten nicht schon lange vor der Austragung des Ereignisses bekannt werden. Und: Es sollte wohl nicht bekannt sein, für welche Länder die jeweiligen Interpreten starten. Man sollte also für die Songs, und nicht für die Länder abstimmen können. Damit würde die Länderwertung zwar erst nach der Abstimmung bekanntgegeben, aber vielleicht wäre es so demokratischer.

Schön wäre auch, wenn es sich wieder um einen Komponistenwettbewerb und nicht mehr um einen Sich-zur-Schau-stellen-Wettbewerb handeln würde. Die Sendeanstalten sollten allgemein wesentlich mehr auf die Qualität der Songs achten. Es ist nämlich beschämend und bedauerlich, dass immer alle Lieder das gleiche schreckliche Bummbumm und Gekreisch beinhalten und praktisch identisch klingen.

11. März 2009

ZDF sendet Krimi, aber keine Unterhaltung nach Amoklauf

Nach dem heutigen Amoklauf eines Jugendlichen in Baden-Württemberg, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, entschied der Intendant des ZDF, Markus Schächter, die für heute Abend geplante Unterhaltungssendung «Wie schlau ist Deutschland?» nicht zu senden und durch einen Film mit Senta Berger und Götz George zu ersetzen. Moderator Johannes B. Kerner begrüsste gemäss Pressemeldungen diesen Entscheid, da dieser Tag sich nicht für grosse Unterhaltung eigne.

Die für 18.00 Uhr angesetzte Folge der Krimiserie «SOKO Wismar» wurde allerdings nicht abgesetzt, sondern gesendet.

Es wäre wesentlich angebrachter, all die unnötigen Krimiserien und Kriminalfilme aus dem Programm zu nehmen, anstatt ausgerechnet einer Unterhaltungssendung!

Wann endlich denken Fernsehverantwortliche um?

29. Januar 2009

Alkohol auf der Strasse

Stichwort «Alkohol am Steuer»: Warum dürfen eigentlich ausgerechnet Tankstellen-Shops alkoholische Getränke verkaufen?

23. November 2008

“Brachliegende” Wiesen nicht überbauen

Seit einigen Jahrzehnten ist es beim Zürcher Stadtrat Mode, immer wieder Wiesen überbauen zu wollen. Wohnungen gibt es in der Stadt Zürich tatsächlich immer zuwenige. Und da scheint es doch nur praktisch, dass diese ach so nutzlosen Wiesen einfach so rumliegen. Die kann man dann masslos zubetonieren und Häuser draufstellen – wie dies zum Beispiel im Rütihof geschehen ist oder aktuell in Affoltern. Wiederum hat der Stadtrat eine Wiese gefunden, die derzeit so “nutzlos” in der Gegend rumliegt: Am 30. November soll das Stimmvolk bewilligen, dass die Kronenwiese in Unterstrass überbaut werden werden darf.

Bisher haben die Stimmberechtigten solchen Begehren immer grünes Licht gegeben. Eine Menge Grünfläche in der Stadt Zürich ist dadurch verloren gegangen. Wenn wir so weitermachen, haben wir in dieser Stadt bald keine Wiesen mehr. Und so unnütz sind diese Flächen doch gar nicht! Im Gegenteil: Im ansonsten dichten Häuser- und Betonmeer der Stadt sind sie eine richtige Wohltat.

Ich rufe daher die Stimmberechtigten der Stadt Zürich dazu auf, der Stadt Zürich einen neuen Auftrag zu erteilen: Man soll endlich aufhören, vorhandene Grünflächen zu überbauen. Dort, wo alte Gebäude ersetzt werden müssen, soll etwas höher gebaut und neue Grünflächen geschaffen werden. Es gibt in dieser Stadt viele Liegenschaften, die über kurz oder lang ersetzt werden müssen.

Stimmen Sie deshalb am 30. November für die neue Nutzung des Zollfreilagergebietes mit Ja, betreffend der Kronenwiese mit Nein, und verhindern Sie auch künftig die Vernichtung von Grünflächen.

Denn bedenken Sie: Noch sind es Wiesen, die “brach liegen” und überbaut werden sollen. Was geschieht, wenn diese nicht mehr vorhanden sind? Liegen dann unsere Wälder “brach”? Sollen wir dann diese abholzen, damit in Zürich neue Wohnungen gebaut werden können?!

27. Oktober 2008

Bayern: «ST» obligatorisch

In Bayern scheint es ein Obligatorium zu geben: Der Ministerpräsident muss zwingend ein «ST» im Namen haben: STrauss, STreibl, BeckSTein und jetzt Seehofer, der sein ST im Vornamen trägt: HorST. Nur wer ein ST is, is a a bayrischer Ministerpräsident…?

10. August 2008

Vorsicht: Paidmailer!

Wer sich bei Paidmailern anmeldet braucht nicht nur eine Menge Geduld, weil man für eine sehr grosse Anzahl Klicks nur sehr wenig Geld verdient, sondern auch einen absolut perfekten Virenschutz. Denn was auf den dort beworbenen Seiten so alles lauert, ist bedenklich: da werden Viren, Trojaner, Adware und dergleichen auf den Computer geschleudert, dass einem schlecht wird! Deshalb: Vorsicht vor Paidmailern, nicht nur, weil sie einem das Blaue vom Himmel runter versprechen und nichts davon einhalten!

27. Juli 2008

Stell dir vor... Christoph Blocher

Stell dir vor, Christoph Blocher sagt etwas und kein Mensch berichtet darüber.

4. April 2008

BaA!

Anfangs März wurde bekannt, dass die Gratiszeitung «heute» ab Juni den neuen Namen «Blick am Abend» bekommen wird. Es war eh verwunderlich, dass das Blatt nicht von Anfang so hiess, zumal ja offensichtlich war, dass man mit der Abendzeitung den «Blick» quersubventionieren wollte. Indirekt gibt man dies mit dem Namenswechsel jetzt auch zu. Es ist anzunehmen, dass sich das «neue» Blatt auch gestalterisch dem «Blick» annähern wird. «heute» war bisher vor allem an die Gruppe der 14- bis 34-Jährigen gerichtet; es ist zu hoffen, dass man künftig auch die Menschen ansprechen will, die 35 Jahre und älter sind. Das bedingt aber, dass man erwachsener wird: Man sollte die Leserschaft nicht mehr duzen, technische Sachen wie zum Beispiel das iPhone von Apple sollten nicht mehr ganz so im Vordergrund stehen und als «wichtig» bezeichnet werden wie bisher. Und auch Blabla-Kolumnen wie diejenige von einer gewissen «Zora Off» fallen hoffentlich weg.

Alles in allem ist zu hoffen, dass der «Blick am Abend» nicht zum Ausruf seines vermeintlichen Kürzels Anlass gibt: «BaA!»

28. März 2008

«Tagesschau» mit Coop übernimmt Carrefour

Gestern, 27. März 2008, gab die Wettbewerbskommission (WEKO) bekannt, dass Coop die 12 Läden von Carrefour übernehmen darf. Auch die «Tagesschau» des Deutschschweizer Fernsehens (SF) berichtete in der 13-Uhr-Ausgabe darüber. Man hatte dabei gerade mal Zeit, die eigentliche Nachricht weiterzugeben, mitzuteilen, dass die WEKO auch verschiedene gravierende Auflagen ausgesprochen hatte, einen Sprecher der WEKO kurz erklären zu lassen, weshalb man die Auflagen gemacht habe, und zu erwähnen, dass Coop zwar keinerlei Verständnis für die Auflagen aufbringen könne, diese aber dennoch nicht anfechten werden. Man hatte jedoch keine Zeit, zu erwähnen, um was für Auflagen es sich genauer handelt.



Eine Menge Zeit hatte man in derselben Sendung aber dafür, die Schlagzeilen von «Tages-Anzeiger», «News», «Blick» und anderen Zeitungen zum Fussballspiel Schweiz - Deutschland vom Vorabend, das mit 0:4 geendet hatte, vorzulesen und zu zeigen. Ebenfalls viel Zeit konnte man dafür aufbringen, was die britischen Zeitungen zum Staatsbesuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und insbesondere seiner Ehefrau Carla Bruni und deren Auftritt (Kleid, Fusstellungen) zu berichten hatten. Und dann musste man unbedingt auch ausführlich darüber berichten, wie in Indien ein zweijähriges Mädchen, das beim Spielen in einen tiefen Brunnenschacht gefallen war, über Stunden hinweg gerettet wurde.



Fazit: Normalerweise fällt die 13-Uhr-Ausgabe der «Tagesschau», immer sehr wirtschaftslastig aus. In der Ausgabe vom 27. März 2008 hatte man für die Nachricht WEKO/Coop/Carrefour allerdings kaum Zeit, für Boulevardthemen jedoch jede Menge davon.



Es mag ja sein, dass Boulevardthemen auch sehr gefragt sind. Und es ist mehr oder weniger verständlich, dass die «Tagesschau»-Redaktion auch solche Themen behandeln will. Aber kann man dafür bitte eine eigene Sendung zusammenstellen? Eine Sendung, aus deren Titel klar hervorgeht, dass es sich um Boulevard-Nachrichten geht? ich schlage vor, man nenne diese Sendung «Boulevard-Tagesschau».

27. März 2008

Coop darf Carrefour-Läden übernehmen

Als die WEKO entscnied, dass die Migros 70 Prozent von Denner übernehmen darf, liess Coop verlauten, der Entscheid sei richtig und man freue sich darüber. Wahrscheinlich freute man sich allerdings nicht darüber, dass Denner in Migros-Besitz überging und damit in Schweizer Händen blieb, sondern über die Auflagen, die die WEKO der Migros machte: unter anderem nämlich darf die Migros während sieben Jahren keinen anderen Lebensmittel-Detailhändler übernehmen. Nun hat die WEKO ihren Entscheid vom 17. März 2008 bekanntgegeben: Coop darf die 12 Megastores von Carrefour übernehmen - allerdings unter ähnlichen Auflagen wie bei Migross/Denner. Unter anderem darf der Basler Detaislhandelsriese während der nächsten sechs Jahre keine Lebensmittel-Detailhändler übernehmen. Und siehe da: Die Auflagen werden von Coop zwar nicht angefochten, es wird aber ganz und gar kein Verständnis dafür aufgebracht.

Das ist ja auch kein Wunder. Während der letzten Jahre hat die WEKO sämtliche Übernahmegelüste von Coop einfach durchgewunken - zuletzt bei der Dipl. Fust AG, bei welcher von der WEKO lediglich Pdeudo-Auflagen gemacht wurden. Nun bekommt Coop erstmals einschneidende Auflagen präsentiert, was man in Basel ganz und gar nicht gewöhnt ist. Nun endlich werden die Marktbeherrschungsgelüste von Coop gebremst - lange genug hat es gedauert!

11. März 2008

TeleTop statt TeleZüri

Letzte Woche wurde bekannt, dass der Zürcher Regierungsrat bei der neuen Konzessionsvergabe nicht TeleZüri, sondern den Regionalsender TeleTop favorisiert. In der Bevölkerung war man bestürzt, noch mehr selbstverständlich in den Räumen von TeleZüri: Wie kann der Regierungsrat wagen, dem hochheiligen, alteingesessenen TeleZüri an den Karren zu fahren?!

TeleZüri ist der meistgesehene Lokalsender in Zürich. Logisch, denn es gibt keinen anderen. Man sagt, die Zürcher wollen keinen anderen Sender als TeleZüri.

Wirklich?

Mag sein. Sie kennen ja nichts anderes. Über das Kabelfernsehen der Cablecom wird in der Stadt Zürich ausschliesslich TeleZüri verbreitet. Vor ein paar Jahren wurde auch noch der kleine Sender ZüriPlus aus Dietlikon eingespeist, der mit seinem (damaligen) Programm nicht relevant war und demzufolge relativ unbeachtet blieb - auch als die Cablecom ZüriPlus wieder aus dem Netz nahm.

Seit seinem Sendebeginn hat sich TeleZüri kaum verändert. Der Besitzer hat gewechselt: von Gründer Roger Schawinski ging der Sender an die Tamedia über, was den einzigen Logowechsel innerhalb der bisherigen Sendejahren mit sich brachte. Wurde ursprünglich um 19.00 Uhr eine Stunde lang aktuell gesendet, beginnt die aktuelle Sendung mittlerweile um 18.00 Uhr. Es gibt keinen Sendeschluss um Mitternacht oder 01.00 Uhr mehr; es wird im 24-Stunden-Betrieb gesendet. Noch immer produziert TeleZüri täglich eine Stunde selbst: Nachrichten, Wetter, Talk. Das Nachrichtenstudio erinnert stark an das alte Studio der «Tagesschau» von SF DRS - es ist genauso dunkelblau und mittlerweile überhaupt nicht mehr zeitgemäss. Die Sendungen «TalkTäglich» und «SonnTalk» werden seit etlichen Jahren von denselben beiden Gesichtern beherrscht: Markus Gilli und Hugo Bigi.

Mann, wie langweilig!

TeleZüri trat ursprünglich gegen das Monopol der SRG an. Man wollte anderes Fernsehen machen, sich von SF DRS abheben. Es war tatsächlich etwas neues, schon, weil die Nachrichten im Dialekt vorgetragen wurden und weil sich dieser Sender mehr um die Lokalaktualitäten kümmern konnte, als dies beim grossen SF DRS möglich war und heute auch noch ist. Trotzdem war der Sender von Anfang nichts Besonderes, weil es immer denselben Trott bietet. TeleZüri ist zum Riesen unter den Regionalsendern geworden - und bei seiner Entwicklung ganz am Anfang stehengeblieben.

Der Regierungsrat tut gut daran, einen anderen Sender zu favorisieren. Es kann nicht schaden, wenn künftig auf dem Zürcher Kabelnetz zwei Regionalsender über das Geschehen berichten. Der Bevölkerung tut es gut, weil sie dann sieht, dass es auch etwas anderes gibt als das immer gleiche TeleZüri. Beiden Sendern wird es gut tun, weil sie sich weiterentwickeln müssen, um die Gunst der Fernsehzuschauer zu erlangen.

Letztendlich wird das BAKOM entscheiden, welchem Sender es eine Konzession erteilt. Hoffentlich kommt es der Empfehlung des Zürcher Regierungsrates, TeleTop eine Konzession für Zürich zu erteilen, nach.

5. März 2008

Das beste Foto von David Beckham


Es gibt tausende Fotos von David Beckham. Die meisten beweisen, dass es sehr schwer ist, diesen Mann ins rechte Licht zu rücken. Er sieht selten wirklich gut aus auf Fotos. Das beste Foto ist ausgerechnet eines, das ihn in Unterhosen zeigt.

3. März 2008

Steueraffäre, Massenmedien und Liechtenstein

Es ist überaus beschämend, dass es eine Steuerhinterziehungsaffäre, in der Liechtenstein eine Rolle spielt, braucht, damit die Massenmedien Kenntnis davon nehmen, dass es das Fürstentum überhaupt gibt.

Es ist äusserst beschämend, dass es dieselbe Steuerhinterziehungsaffäre benötigt, damit Thomas Gottschalk in der Sendung «Wetten, dass..?» auch endlich seine Zuschauer im Fürstentum Liechtenstein begrüsst - wie dies am vergangenen Samstag endlich geschehen ist.