Stell dir vor, Christoph Blocher sagt etwas und kein Mensch berichtet darüber.
27. Juli 2008
4. April 2008
BaA!
Anfangs März wurde bekannt, dass die Gratiszeitung «heute» ab Juni den neuen Namen «Blick am Abend» bekommen wird. Es war eh verwunderlich, dass das Blatt nicht von Anfang so hiess, zumal ja offensichtlich war, dass man mit der Abendzeitung den «Blick» quersubventionieren wollte. Indirekt gibt man dies mit dem Namenswechsel jetzt auch zu. Es ist anzunehmen, dass sich das «neue» Blatt auch gestalterisch dem «Blick» annähern wird. «heute» war bisher vor allem an die Gruppe der 14- bis 34-Jährigen gerichtet; es ist zu hoffen, dass man künftig auch die Menschen ansprechen will, die 35 Jahre und älter sind. Das bedingt aber, dass man erwachsener wird: Man sollte die Leserschaft nicht mehr duzen, technische Sachen wie zum Beispiel das iPhone von Apple sollten nicht mehr ganz so im Vordergrund stehen und als «wichtig» bezeichnet werden wie bisher. Und auch Blabla-Kolumnen wie diejenige von einer gewissen «Zora Off» fallen hoffentlich weg.
Alles in allem ist zu hoffen, dass der «Blick am Abend» nicht zum Ausruf seines vermeintlichen Kürzels Anlass gibt: «BaA!»
28. März 2008
«Tagesschau» mit Coop übernimmt Carrefour
Gestern, 27. März 2008, gab die Wettbewerbskommission (WEKO) bekannt, dass Coop die 12 Läden von Carrefour übernehmen darf. Auch die «Tagesschau» des Deutschschweizer Fernsehens (SF) berichtete in der 13-Uhr-Ausgabe darüber. Man hatte dabei gerade mal Zeit, die eigentliche Nachricht weiterzugeben, mitzuteilen, dass die WEKO auch verschiedene gravierende Auflagen ausgesprochen hatte, einen Sprecher der WEKO kurz erklären zu lassen, weshalb man die Auflagen gemacht habe, und zu erwähnen, dass Coop zwar keinerlei Verständnis für die Auflagen aufbringen könne, diese aber dennoch nicht anfechten werden. Man hatte jedoch keine Zeit, zu erwähnen, um was für Auflagen es sich genauer handelt.
Eine Menge Zeit hatte man in derselben Sendung aber dafür, die Schlagzeilen von «Tages-Anzeiger», «News», «Blick» und anderen Zeitungen zum Fussballspiel Schweiz - Deutschland vom Vorabend, das mit 0:4 geendet hatte, vorzulesen und zu zeigen. Ebenfalls viel Zeit konnte man dafür aufbringen, was die britischen Zeitungen zum Staatsbesuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und insbesondere seiner Ehefrau Carla Bruni und deren Auftritt (Kleid, Fusstellungen) zu berichten hatten. Und dann musste man unbedingt auch ausführlich darüber berichten, wie in Indien ein zweijähriges Mädchen, das beim Spielen in einen tiefen Brunnenschacht gefallen war, über Stunden hinweg gerettet wurde.
Fazit: Normalerweise fällt die 13-Uhr-Ausgabe der «Tagesschau», immer sehr wirtschaftslastig aus. In der Ausgabe vom 27. März 2008 hatte man für die Nachricht WEKO/Coop/Carrefour allerdings kaum Zeit, für Boulevardthemen jedoch jede Menge davon.

Es mag ja sein, dass Boulevardthemen auch sehr gefragt sind. Und es ist mehr oder weniger verständlich, dass die «Tagesschau»-Redaktion auch solche Themen behandeln will. Aber kann man dafür bitte eine eigene Sendung zusammenstellen? Eine Sendung, aus deren Titel klar hervorgeht, dass es sich um Boulevard-Nachrichten geht? ich schlage vor, man nenne diese Sendung «Boulevard-Tagesschau».
27. März 2008
Coop darf Carrefour-Läden übernehmen
Als die WEKO entscnied, dass die Migros 70 Prozent von Denner übernehmen darf, liess Coop verlauten, der Entscheid sei richtig und man freue sich darüber. Wahrscheinlich freute man sich allerdings nicht darüber, dass Denner in Migros-Besitz überging und damit in Schweizer Händen blieb, sondern über die Auflagen, die die WEKO der Migros machte: unter anderem nämlich darf die Migros während sieben Jahren keinen anderen Lebensmittel-Detailhändler übernehmen. Nun hat die WEKO ihren Entscheid vom 17. März 2008 bekanntgegeben: Coop darf die 12 Megastores von Carrefour übernehmen - allerdings unter ähnlichen Auflagen wie bei Migross/Denner. Unter anderem darf der Basler Detaislhandelsriese während der nächsten sechs Jahre keine Lebensmittel-Detailhändler übernehmen. Und siehe da: Die Auflagen werden von Coop zwar nicht angefochten, es wird aber ganz und gar kein Verständnis dafür aufgebracht.
Das ist ja auch kein Wunder. Während der letzten Jahre hat die WEKO sämtliche Übernahmegelüste von Coop einfach durchgewunken - zuletzt bei der Dipl. Fust AG, bei welcher von der WEKO lediglich Pdeudo-Auflagen gemacht wurden. Nun bekommt Coop erstmals einschneidende Auflagen präsentiert, was man in Basel ganz und gar nicht gewöhnt ist. Nun endlich werden die Marktbeherrschungsgelüste von Coop gebremst - lange genug hat es gedauert!
11. März 2008
TeleTop statt TeleZüri
Letzte Woche wurde bekannt, dass der Zürcher Regierungsrat bei der neuen Konzessionsvergabe nicht TeleZüri, sondern den Regionalsender TeleTop favorisiert. In der Bevölkerung war man bestürzt, noch mehr selbstverständlich in den Räumen von TeleZüri: Wie kann der Regierungsrat wagen, dem hochheiligen, alteingesessenen TeleZüri an den Karren zu fahren?!
TeleZüri ist der meistgesehene Lokalsender in Zürich. Logisch, denn es gibt keinen anderen. Man sagt, die Zürcher wollen keinen anderen Sender als TeleZüri.
Wirklich?
Mag sein. Sie kennen ja nichts anderes. Über das Kabelfernsehen der Cablecom wird in der Stadt Zürich ausschliesslich TeleZüri verbreitet. Vor ein paar Jahren wurde auch noch der kleine Sender ZüriPlus aus Dietlikon eingespeist, der mit seinem (damaligen) Programm nicht relevant war und demzufolge relativ unbeachtet blieb - auch als die Cablecom ZüriPlus wieder aus dem Netz nahm.
Seit seinem Sendebeginn hat sich TeleZüri kaum verändert. Der Besitzer hat gewechselt: von Gründer Roger Schawinski ging der Sender an die Tamedia über, was den einzigen Logowechsel innerhalb der bisherigen Sendejahren mit sich brachte. Wurde ursprünglich um 19.00 Uhr eine Stunde lang aktuell gesendet, beginnt die aktuelle Sendung mittlerweile um 18.00 Uhr. Es gibt keinen Sendeschluss um Mitternacht oder 01.00 Uhr mehr; es wird im 24-Stunden-Betrieb gesendet. Noch immer produziert TeleZüri täglich eine Stunde selbst: Nachrichten, Wetter, Talk. Das Nachrichtenstudio erinnert stark an das alte Studio der «Tagesschau» von SF DRS - es ist genauso dunkelblau und mittlerweile überhaupt nicht mehr zeitgemäss. Die Sendungen «TalkTäglich» und «SonnTalk» werden seit etlichen Jahren von denselben beiden Gesichtern beherrscht: Markus Gilli und Hugo Bigi.
Mann, wie langweilig!
TeleZüri trat ursprünglich gegen das Monopol der SRG an. Man wollte anderes Fernsehen machen, sich von SF DRS abheben. Es war tatsächlich etwas neues, schon, weil die Nachrichten im Dialekt vorgetragen wurden und weil sich dieser Sender mehr um die Lokalaktualitäten kümmern konnte, als dies beim grossen SF DRS möglich war und heute auch noch ist. Trotzdem war der Sender von Anfang nichts Besonderes, weil es immer denselben Trott bietet. TeleZüri ist zum Riesen unter den Regionalsendern geworden - und bei seiner Entwicklung ganz am Anfang stehengeblieben.
Der Regierungsrat tut gut daran, einen anderen Sender zu favorisieren. Es kann nicht schaden, wenn künftig auf dem Zürcher Kabelnetz zwei Regionalsender über das Geschehen berichten. Der Bevölkerung tut es gut, weil sie dann sieht, dass es auch etwas anderes gibt als das immer gleiche TeleZüri. Beiden Sendern wird es gut tun, weil sie sich weiterentwickeln müssen, um die Gunst der Fernsehzuschauer zu erlangen.
Letztendlich wird das BAKOM entscheiden, welchem Sender es eine Konzession erteilt. Hoffentlich kommt es der Empfehlung des Zürcher Regierungsrates, TeleTop eine Konzession für Zürich zu erteilen, nach.
5. März 2008
Das beste Foto von David Beckham
3. März 2008
Steueraffäre, Massenmedien und Liechtenstein
Es ist überaus beschämend, dass es eine Steuerhinterziehungsaffäre, in der Liechtenstein eine Rolle spielt, braucht, damit die Massenmedien Kenntnis davon nehmen, dass es das Fürstentum überhaupt gibt.
Es ist äusserst beschämend, dass es dieselbe Steuerhinterziehungsaffäre benötigt, damit Thomas Gottschalk in der Sendung «Wetten, dass..?» auch endlich seine Zuschauer im Fürstentum Liechtenstein begrüsst - wie dies am vergangenen Samstag endlich geschehen ist.
29. Februar 2008
Hape Kerkeling als Nachfolger von Thomas Gottschalk
Verschiedene Quellen berichten heute, das ZDF wünsche sich Hape Kerkeling im eigenen Programm. Es heisst, dass er ab dem Jahre 2010 die Samstagabendsendung «Wetten, dass...?» von thomas Gottschalk übernehmen soll.
Es verwundert nicht, dass solche Gerüchte ausgerechnet in diesen Tagen die Runde machen, zumal morgen Abend, also am 1. März 2008, eine weitere Ausgabe von «Wetten, dass...?» über die Sender des ZDF geht. Und nachdem die Sendung immer häufiger in der Kritik steht und auch Zuschauer verliert, ist es nicht verwunderlich, dass es Leute gibt, die nach einem Nachfolger für Gottschalk Ausschau halten. Nur: Wird die Sendung besser, wenn sie von einem anderen Menschen präsentiert wird? Wohl kaum! Die Wetten werden dadurch nicht origineller, die Prominenten werden dadurch nicht weniger Werbung für ihre Bücher, CD's und Filme machen und die Wetteinsätze der Promis werden dadurch auch nicht anspruchsvoller. Denn es ist nicht der Moderator, der die Gäste einlädt und die Wetten aussucht, sondern die Redaktion. «Wetten, dass...?» war und ist eine gute Idee, die aber mittlerweile mehr als verbraucht ist. Die Redaktion kriegt es hin, pro Staffel eine oder vielleicht zwei wirklich gute Sendungen zu produzieren, der Rest ist solala. Daran würde auch ein neuer Moderator - ob dieser nun Hape Kerkeling heisst oder einen anderen Namen trägt - nichts ändern.
Thomas Gottschalk hat vor einigen Wochen (laut Meldungen im Internet) gesagt, er wolle die Sendung mit ins Grab nehmen. Das heisst doch, er will sie moderieren, bis er stirbt. Und dann soll sie abgesetzt werden. Demnach muss man auch keinen Nachfolger suchen. Aber mal dran denken, die Redaktion auszuwechseln und vielleicht das Konzept zu ändern (wie wäre «Wetten, dass...?» ohne prominente Wettpaten?) ist dringend nötig.
Das ZDF kann weiterhin hoffen, dass Hape Kerkeling künftig in seinen Programmen zu sehen ist. Ob er zum ZDF passt ist allerdings eine andere Frage. Ob ihn das ZDF-Publikum will, auch. Zu «Wetten, dass...?» allerdings passt er gar nicht. Um Thomas Gottschalk zu ersetzen, braucht es dann doch etwas mehr. Und vor allem keinen Komiker.
Falls man doch mal einen Nachfolger für Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass...?» suchen müsste, sollte man unbedingt Thomas Ohrner in Betracht ziehen. Der wäre für diese Sendung wirklich geeignet.
11. Februar 2008
Deutschland sucht und findet nicht
Seit einer Weile sucht Deutschland via RTL einen Superstar. Das geht jetzt schon seit ein paar Jahren so. In diesen Wochen ist nun die fünfte Staffel dieser Sendereihe aktuell. Was beweist, dass man den Superstar bereits viermal nicht gefunden hat. Oder? Vielleicht sollte man sich bei der Suche einfach mal ein bisschen mehr anstrengen. Und möglicherweise sollte man, nachdem es ja nun viermal nicht geklappt hat, einfach mal die Jury auswechseln. Dann könnte Dieter Bohlen mal wieder etwas anderes machen als seine blöden Sprüche rauslassen. Zum Beispiel ein Buch schreiben. Noch eins? Nein, das wollen wir dann doch auch nicht. Oder er könnte noch öfter bei Johannes B. Kerner auftreten. Dann bekäme er dort nicht nur Tantiemen für die von ihm komponierte Erkennungsmelodie, sondern auch gleich noch Gage für den Auftritt.
Zurück zum gesuchten Superstar: Vielleicht sollte man das doch mal den Rudi Cerne mit seiner Sendung «Aktenzeichen XY ...ungelöst» machen lassen. Vielleicht hätte die Sucherei dann endlich ein Ende und der Superstar wäre gefunden.
Und RTL könnte aufhören, diese absolut unnötigen, nervigen Trailer für die Sendung «Deutschland sucht den Superstar» zu senden.
9. Februar 2008
Deutsche Filmproduktionen: Schreien immer inklusive
Gestern Freitag wurde die Aufzeichnung der Verleihung der «Goldenen Kamera» im ZDF ausgestrahlt. Die Sendung mit Thomas Gottschalk war nicht schlecht; die Verleihung des HÖRZU-Preises verlief zügig und war kaum langweilig.
Bei den Filmausschnitten wurde aber einmal mehr deutlich: In deutschen Filmen schreien sich die Leute an. Anscheinend geht es nicht ohne. Und Werbung für einen Film kommt auch nicht ohne Schreiszenen aus. Das hat auch die Vorstellung von Til Schweigers Film «Keinohrhasen» in der Sendung «Wetten, dass...?» vom Dezember 2007 gezeigt. Keine Szene in der Vorschau, in der nicht geschrien wird.
Warum muss in den deutschen Filmen dauernd geschrien werden? Interessiert so ein Film das Publikum wirklich? Ist Schreien in Filmtrailern werbewirksam? Würden mehr Leute in den Film gehen, wenn die Filme mit weniger Schrei-Szenen beworben würden? Gehen die Leute ins Kino, weil sie wissen, dass in dem Film, der da geboten wird, rumgeschrien wird?
Und warum ist in deutschen Film- und Fernsehproduktionen die Hintergrundmusik konsequent zu laut? Warum soll man das Genuschele der Schauspieler nicht verstehen? Schliesslich ist dies wegen der zu lauten Hintergrundmusik - die zu oft eigentlich Vordergrundmusik genannt werden müsste - nicht möglich.
Deutsche Filmproduktionen - ausgezeichnet wegen Schrei-Szenen und zu lauter Hintergrundmusik?
22. Januar 2008
Die neue Mode der Fernsehsender
Das ist ja nicht neu: Wenn eine neue Serie auf den Bildschirm kommt, wird sie vorher wochenlang intensiv beworben - mit Trailern, mittels Auftritten der Darstellern in Talksendungen und Unterhaltungsshows, und mit Anzeigen in Programmzeitschriften.
Das hingegen ist neu: Wenn eine Serie nicht von vornherein Traumquoten erreicht, wird sie umgehend abgesetzt. Das jüngste Beispiel liefert RTL. Am vergangenen Donnerstag lief die erste Folge der lang und intensiv beworbenen Serie «Die Anwälte». Die Einschaltquoten waren aber dermassen schlecht, dass man sich nun entschloss, die weiteren Folgen gar nicht erst zu senden und den Sendeplatz mit einer anderen, bereits erfolgreichen Serie zu bestücken. Anscheinend vergissdt man bei RTL, dass es auch noch andere Fernsehprogramme gibt. An dem besagten Donnerstagabend sendete SAT.1 einen Film, der nun mal um einiges mehr Zuschauer fand als die eigene Serie. Na und? Vielleicht hätten eine Woche später mehr Menschen den Wunsch gehabt, sich von den «Anwälten» auf RTL unterhalten zu lassen. Möglicherweise, weil Freunde und Bekannte geraten hätten: «Schau dir das mal an, das ist offenbar eine gute Serie.» Aber dazu kann es nun nicht mehr kommen. RTL ist nicht der erste Sender, der sich so verhält, und «Die Anwälte» wird nicht die letzte Serie sein, die so schnell wieder verschwindet.
Die Sender schneiden sich mit diesem Verhalten aber ins eigene Fleisch: Warum soll man sich die erste Folge einer neuen Serie überhaupt ansehen, wenn man damit rechnen muss, dass diese mangels genügender Einschaltquoten nicht fortgesetzt wird? Die Sender sollten mehr Geduld haben. Die meisten Serien und Unterhaltungsshows entwickeln mit der Zeit einen höheren Bekanntheitsgrad und damit höhere Einschaltquoten. Bisher war das so. In Zukunft allerdings anscheinend nicht mehr, weil die Verantwortlichen durch das ständige Absetzen den Zuschauern gar keine Möglichkeit mehr geben, sich mit einer Serie und deren Figuren auseinanderzusetzen.
22. Dezember 2007
Schleichwerbung und die Moderatoren
Nach dem Rausschmiss der beliebten Moderatorin Andrea Kiewel beim ZDF und beim MDR sollten sich alle anderen Moderatoren - ob nun bei öffentlich-rechtlichen oder privaten Sendern - genau überlegen, ob sie Werbeverträge unterzeichnen oder nicht. Anscheinend wird jetzt nämlich (endlich) von Seiten der Sender härter durchgegriffen - und nicht mehr nur bei Dopingfällen beim Radsport!
21. Dezember 2007
Andrea Kiewel ist weg vom Fernsehfenster
Anfang dieses Jahres war die beliebte Moderatorin Andrea Kiewel zu Gast in der Sendung «Johannes B. Kerner», in der es ums Abnehmen ging. Kiewel sprach darüber, dass sie mit den Weight Watchers abgenommen habe und äusserte sich so positiv darüber, dass Kerner nachfragte, ob sie einen Werbevertrag mit Weight Watchers habe. Andrea Kiewel verneinte.
In dieser Woche nun aber kam eine andere Wahrheit ans Licht: Kurz vor er erwähnten JBK-Sendung hatte die Moderatorin vom «ZDF-Fernsehgarten» doch einen Vertrag mit Weight Watchers unterschrieben. Andrea Kiewel hat die Lüge mittlerweile auch zugegeben.
Das ZDF und auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), bei dem Kiewel seit einigen Monaten die Talkshow «Riverboat» mitmoderierte, haben die Zusammenarbeit mit Andrea Kiewel per sofort aufgelöst. Für beide öffentlich-rechtlichen Sender ist erwiesen, dass Andrea Kiewel in der JBK-Sendung und auch in zwei anderen ZDF-Sendungen Schleichwerbung betrieben hat, indem sie die Weight Watchers hervorgehoben hat - und dies mit einem Werbevertrag in der Tasche.
Andrea Kiewel ist eine sehr beliebte Moderatorin. Es muss den Verantwortlichen sehr schwergefallen sein, sie aus den Moderationsdiensten zu entlassen. Aber sie hatten schlussendlich keine andere Wahl. Es ist allen Moderierenden bei den öffentlich-rechtlichen Sendern strengstens untersagt, Schleichwerbung zu betreiben. Würde man dies bei einer so beliebten Moderatorin wie Andrea Kiewel tolerieren, bei jemandem weniger beliebten aber nicht, wäre dies eine ungerechte Behandlung.
Beim ZDF liegen derzeit noch sechs fertig vorproduzierte Unterhaltungssendungen vor, die bis Ende Februar zur Erstausstrahlung gelangen. Diese Sendungen wurden geprüft und wurden nicht beanstandet. Die erwähnte «Johannes B. Kerner»-Sendung sowie eine Folge von «Lafer! Lichter! Lecker!» und «Volle Kanne», in denen Kiewel ebenfalls über Weight Watchers gesprochen hatte, werden künftig jedoch nicht wieder im Fernsehen zu sein. Beim MDR gibt es noch eine vorproduzierte Folge von «Riverboat», die demnächst gesendet werden. Für die Moderation für den «ZDF-Fernsehgarten» und «Riverboat» werden nun Nachfolgerinnen gesucht.
20. Dezember 2007
Weihnachtsbeleuchtung - gelb und weiss
Alle Jahre wieder ist Weihnachten. Und alle Jahre wieder kommt sie wieder: die Weihnachtsbeleuchtung. Mal recht üppig, mal schlicht. Mal sind es unbewegliche Lämpchen, dann wieder Symbole, die wie verrückt blinken und sich verändern, farblich als auch in der Form. Das passt dann eher zur Fasnacht, aber diejenigen Leute, die solche Sachen ins Fenster mögen das so - oder wissen nicht, dass man das nervöse Animationszeug auch verlangsamen und ganz abschalten kann.
In diesem Jahr ist nun etwas neues hinzugekommen. Es gibt jetzt nicht mehr nur gelbleuchtende Lämpchen, jetzt sind sie auch in weiss erhältlich. Auf den ersten Blick wirkt das furchtbar. So unpersönlich, so kalt, so grell - und das soll Weihnachten sein? Je nachdem können breite, weisse Lichtevorhänge, die dafür aber nicht allzu lang sind, von weitem den Eindruck machen, als seien sie nicht lesbare Firmenlogos - Leuchtwerbung sozusagen.
Und doch: Wenn man diese Lämpchen jeden Abend immer wieder sieht, gewöhnt man sich etwas dran. Schön sind sie noch immer nicht. Es ist immer noch unpersönlich, so grell und so kalt - kalt wie Eis. Und dann sieht man in der Nähe einen kleinen Lichterzweig und stellt fest: ein bisschen sieht es aus wie Eis. Leuchtendes Eis. Man weiss nicht, ob dieser Eindruck gewollt ist, aber zur derzeitigen Kälte passt es ja gut. Leuchtendes Eis - auch wenn es Kunststoff ist - sieht gut aus.
Und: Laut einem ZDF-Bericht sind diese neuen weissen Lichter wesentlich weniger nach Strom hungrig als ihre gelben Pendants. Man wird sie in kommenden Jahren wohl öfter sehen...
17. Dezember 2007
Hauptsache «eine Frau»
Als sich damals Liliane Uchtenhagen als Bundesrätin zur Wahl stellte, war der Wunsch, endlich «eine Frau» in der Regierung zu haben, legitim. Die Enttäuschung war gross, als es die erste Kandidatin für dieses Amt nicht geschafft hatte. Später gab es wieder eine Kandidatur von «einer Frau», und diesmal klappte es auch. Die erste Frau war in den Bundesrat gewählt worden: Elisabeth Kopp. Die Freude war gross: endlich, endlich hatte es «eine Frau» geschafft! Seither gab es noch mehr Bundesratswahlen und immer kam auch die Forderung nach «einer Frau».
Am Mittwoch, 12. Dezember 2007, war wieder Bundesratswahl angesagt. An diesem Tag wurde der bisherige Bundesrat Christoph Blocher nicht wiedergewählt. Während der Live-Übertragung aus dem Bundeshaus interviewte die SF-Journalistin und «Rundschau»-Moderatorin Sonja Hasler die St. Galler SVP-Politikerin Jasmin Hutter und ging mit der Bemerkung auf diese zu, dass sie selbst sich sehr darüber freue, dass nun «eine Frau» gewählt worden sei und wollte diese Freude mit der Politikerin teilen, indem sie hoffte, einen ebensolchen überschwänglichen Freudenausruf zu hören zu bekommen - erhielt aber sogleich einen Dämpfer: Frau Hutter erwiderte mit Nachdruck, dass es ihr doch sowas von egal sei, ob nun Frau oder Mann gewählt sei, ihr sei es wichtig, dass diejenige Person gewählt werde, welche die richtige Politik mache - egal, ob dies nun Mann oder Frau sei.
Damit trifft sie genau den Punkt. Seit es die erste Frau in den Bundesrat geschafft hat, darf es nicht mehr als sensationell gelten, dass es nun wieder oder noch «eine Frau» geschafft hat. Vor vier Jahren wurde ebenfalls ein Bundesratsmitglied nicht wieder in die Regierung gewählt. Bei der Wahl davor, als ebendiese Person gewählt wurde, war das Hurrageschrei gross: «eine Frau, eine Frau»! Allerdings war man im Verlauf der Amtsperiode mit der Politik dieser Frau nicht zufrieden - vor allem Frauen waren enttäuscht - und man sprach nicht mehr von «einer Frau», sondern von Ruth Metzler.
Auch bei der aktuellen Wahl kam aus der Bevölkerung wieder die grosse Freude darüber, dass «eine Frau» gewählt wurde. Einfach «eine Frau».
Seit es Elisabeth Kopp in die Regierung geschafft hat, muss es selbstverständlich sein, dass sowohl Männer als auch Frauen in diesem Gremium Einsitz nehmen. Es wird künftig mal mehr Frauen, mal mehr Frauen geben, vielleicht wird der Bundesrat auch vollständig aus Frauen bestehen.
Immer muss es aber so sein, dass nicht einfach «eine Frau» oder «ein Mann» gewählt wird. Frauenrechtlerinnen müssen lernen, dass es nicht reicht, einfach «eine Frau» zu wählen - spätestens seit Ruth Metzler sollten sie gelernt haben, dass auch sie allen Kandidaten und Kandidatinnen gegenüber kritisch sein sollten. Auch «eine Frau» kann die falsche Politik machen. Sie sollten sich mit den verschiedenen Personen auseinandersetzen und auch mal zugeben können, dass es falsch ist, eine bestimmte Frau zu wählen, oder besser wäre, einen bestimmten Mann.
Die Bundesversammlung hat die Aufgabe, diejenigen Personen in den Bundesrat zu wählen, die für das Amt - also die gestellte Aufgabe - und die Schweiz geeignet sind. Nicht einfach «Frauen» und «Männer». Am 12. Dezember 2007 wurde deshalb nicht einfach «eine Frau» gewählt. Am Tage danach wurde auch nicht einfach «eine Frau» als Bundesrätin vereidigt.
Als Bundesrätin gewählt und vereidigt wurde Eveline Widmer-Schlumpf.
15. Dezember 2007
Öffentlicher Steh-Verkehr
Vielen Dank an die VBZ, dass sie es auch am Freitag- und Samstagabend nach wie vor nicht für nötig hält, auf der Linie 80 Gelenkbusse einzusetzen. Gerade die Strecke Bahnhof Oerlikon-Hönggerberg-Bahnhof Altstetten-Triemlispital ist wie geschaffen dafür, in einem total überfüllten Bus angenehm zu stehen!
Vielen Dank an all jene, die ihre vollen Rucksäcke nicht abnehmen und zwischen die Füsse stellen. So ist es noch um einiges angenehmer im Bus, weil man noch weniger Platz zum Durchkommen und einem ständig irgendein Rucksack an den Körper geknallt wird!
Ebenfalls vielen herzlichen Dank an all diejenigen, die sich weigern, von den Klappsitzen aufzustehen, obwohl der Bus brechend voll ist. Dadurch, dass diese Leute sitzenbleiben, geht auf der Plattform wertvoller Raum zum Stehen verloren. Ich wünsche all diesen Sitzenbleibern von ganzem Herzen, dass der Bus während der Fahrt einen abrupten Stopp reissen muss, so dass sämtliche Stehenden wie eine Lawine auf diese Klappsitz-Sitzenden fallen!
11. Dezember 2007
Europa in Nachrichtensendungen?
Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika das Maul aufmacht, wird in unseren Nachrichtensendungen darüber berichtet. Wenn im Irak ein Selbstmordattentat (oder was auch immer) verübt wird, werden darüber in der «Tagesschau» informiert. Die ZDF-Sendung «heute» sagt uns, was in Afghanistan so alles passiert. Und in Bali findet die Weltklimakonferenz statt. Und Herr Putin in Russland ist uns auch allen wohlbekannt.
Doch was wir von unseren direkten Nachbarländern? Hat die Niederlande keine Probleme? Finden in Dänemark keine Wahlen statt? Wenns hochkommt, wird aus Frankreich mal etwas berichtet, und auch über die verschiedenen Regierungskrisen in Italien. Was wissen wir sonst über das Geschehen in diesen Ländern? Wann haben wir zum letzten Mal etwas über die Geschehnisse in Schweden oder Norwegen vernommen? Wissen die Nachrichtenredaktionen bei ARD, ZDF und SF DRS, dass es in unserer unmittelbarer Nähe das Fürstentum Liechtenstein gibt? Warum wird in Deutschland so wenig über die Schweiz berichtet? Schliesslich kriegt man in der Schweiz (wenigstens) von Deutschland eine Menge zu sehen und zu hören.
Hallo liebe Nachrichtenredaktionen der europäischen öffentlich-rechtlichen als auch der privaten Fernsehanstalten: Wir sind hier in Europa! Wir wollen nicht nur Nachrichten aus unserem eigenen Land und aus Weitfortistan hören, sondern auch unser europäisches Nachbarumfeld besser kennenlernen! Bringt doch ab 2008 endlich mehr Infos aus Europa und weniger aus Übersee!
Gratiszeitungen im Rütihof
Warum gibt es eigentlich bei der Endhaltestelle «Rütihof» keine Boxen mit Gratiszeitungen? «20 Minuten», «heute», «.ch» und auch sonst keine «News» sind hier zu finden! Ich finde es wirklich schade, dass man dort von den Gratisblättern so vernachlässigt wird! Bitte sofort ändern!
25. Oktober 2007
Vielen Dank, ARD!

Ein grosses Lob gebührt der ARD: Sie sorgt dafür, dass man ab sofort donnerstags nach den «Tagesthemen» ins Bett gehen kann, ohne in ihrem Programm etwas zu verpassen. Sie sendet nämlich «Schmidt & Pocher». Wer sich die nächsten 21 Wochen ansehen will, wie Harald Schmidt Oliver Pocher nicht zu Wort kommen lässdt, kann dies gerne tun. Sofern die beiden das tatsächlich noch 21 Sendungen aushalten. Oder man sich beim ERSTEN nicht vorher für eine Absetzung entschliesst.
Ich jedenfalls sehe mir eine Sendung mit diesen beiden Herren nicht noch einmal an.
23. Oktober 2007
Was heisst «adophil»?
Mehrere Online-Nachrichtenseiten berichten heute, dass ein 9-Live-Moderator einen anderen Moderator von einem Konkurrenten während einer Sendung als «pädophil» bezeichnet habe - andere Worte wie «irr» und «der ist nicht mehr ganz dicht» seien auch noch gefallen. In einer späteren Sendung habe er sich dann «entschuldigt»: er habe nicht gewusst, was das Wort «Pädophil» bedeute und habe eigentlich «Adophil» gemeint. Die Nachrichtenseiten schreiben, dass es dieses Wort weder im Duden noch in einem Fremdwörterbuch gibt.
Im Internet findet sich ein französischsprachiges Forum, in dem ein über ein Jahr alter Beitrag mit dem Begriff «Adophile» vorkommt.
Die Übersetzerseite von Windows Live (translator.live.com) übersetzt das französische «ado» mit «Jugendlicher».
Wenn besagter 9-Live-Moderator den Kollegen also wirklich als «Adophilen» bezeichnen wollte und dies tatsächlich «Liebhaber von Jugendlichen» bedeuten sollte, ist das keineswegs besser, als der ursprünglich genannte Begriff.
Der Moderator wurde inzwischen von 9 Live suspendiert.
